ich bin zurück! aus 10 wurden 9 tage in der bourgogne, der wettergott (sofern einer nach hans küng existiert – müh, was sagst du dazu?) hatte uns auf eine harte probe gestellt … aber der reihe nach:

nach etwas mehr als fünf stunden hatten wir st-sernin du plain erreicht, oben auf dem hügel gelegen, weit und breit nur felder, rebstöcke und ländliche strukturen. es war sehr ruhig, SEHR ruhig. die sonnte schien und nachdem wir erst einmal einkaufen waren, frönten wir gleich zu beginn dem französischen savoir vivre, locker lässig auf die terrasse und baguette mit lecker käse essen.

die beiden darauffolgenden tage verbrachten wir bei noch gutem wetter im garten, hatten ein planschbecken aufgebaut (die advanced-version mit reinlegen können :-)) und jeder ging seinem persönlichen müssiggang nach. die anstrengende zeit vor dem urlaub bei jedem von uns sorgte dafür, dass wir hauptsächlich, sonnten, schliefen, lasen und assen. jeweils an einem tag las ich tommy jauds „millionär“ und michael birbaeks „was mich fertig macht ist nicht das leben sondern die tage dazwischen“ – seichte unterhaltungskost, aber durchaus sehr nett für einen urlaub. andere – nicht ganz so leicht verdauliche kost – begleitete mich während des urlaubs, so zum beispiel: willy brandt: „erinnerungen“, wolfgang welsch: „ich war staatsfeind nr. 1“ und „extremely loud & incredibly close“ von jonathan safran foer (ja nina, ich bin bald durch! :-)) – alle uneingeschränkt empfehlenswert.

nachdem der persönliche biorhythmus eingependelt war und sich die eigene existenz auf schlaf, essensaufnahme und zwischendurch auf die vorbereitung dieser jeweiligen phasen reduziert hatte, kam leider der regen, der anhielt. dies wirkte sich dann unter anderem dahingehend aus, dass der ohnehin schon ausgebremste kreislauf mit nun noch weniger umdrehungen lief – lethargie machte sich breit.

wir trotzten dem wetter und machten allerlei ausflüge: nach cluny, nach dijon, nach beaune und nach autun. die städte und auch die fahrten dorthin zeigten die pracht und schönheit der bourgogne. eine wahrhaft tolle gegend, die mich einerseits – vermutlich aufgrund der grossen weinanbaugebiete – an die gegend um die mosel herum als auch an kroatien erinnerte, dies insbesondere deshalb, weil die häuser ihr altes äusseres und die kleinen dörfer ihre althergebrachte struktur bewahrt haben.

übrigens: eine rosmarin-nadel im grossen fusszeh hat nichts mit kochvorbereitungen eigener extremitäten zu tun – ich habe nicht schlecht gestaunt, wie hart so eine nadel ist. hart war offensichtlich auch der stachel der hornisse, der sich in meinen nacken gebohrt hatte, als ich in cluny an der museumskasse ein ticket holte – den kampf um leben und tod hat sie gegen mich verloren, eine erinnerung an den kampf hatte ich dennoch einige tage lang … mistvieh.

in dijon konnten die mädels ihren shopping-gelüsten freien lauf lassen, was dazu führte, dass einerseits einige wartezeitintervalle bei den gerade nicht-einkaufenden entstanden, auf der anderen seite sich die gelegenheit bot, zeuge einiger kuriositäten auf den strassen von dijon zu werden. zum einen verrichtete eine junge frau ihre notdurft in einem lieferrantenhof eines grossen kaufhauses, nicht aber etwa so, dass mehr oder weniger keiner etwas sehen hätte können, nein, sie setzte sich mitten auf den hof. zum anderen standen wir an der ampel, als eine alte frau eine junge frau am arm packte, offensichtlich hatte die junge frau sie aus versehen an der ampel beim vorbeigehen berührt, erst flogen worte hin und her, dann gab es backpfeifen von der alten frau. franzosen scheinen doch eher emotional zu sprechen. :-) aprospos sprechen – das ging für die wenigen male, die ich französisch sprechen musste, verhältnismässig gut, allerdings beschränkte ich mich auch auf den mir ebenfalls beschränkt zur verfügung stehenden wortschatz – eine suche nach dem besten hotel der stadt (für insider: das hotel de ville ist es nicht :-)) gab es diesmal nicht.

nachdem wir des regens überdrüssig waren, beschlossen wir, ans meer zu fahren. sehr früh am morgen fuhren wir die ca. 450 km in den süden nach montpellier und suchten vergeblich nach einem hotel für eine nacht – alles war ausgebucht. was soll’s: aus der not eine tugend und aus dem geplanten kurztrip einen ultra-kurz-trip machen: tag am meer. müh würde vermutlich zu dieser passage wiedermal in den neuen fanta4-song einstimmen und herbert grönemeyer im refrain intonieren: „es köööönnt alles so einfach sein, isses aber nicht“ … diese passage war dann doch des öfteren zu hören und entwickelte sich zu einem running gag. ebenso eine geflügelte phrase wurde das „die karten müssen aber auf dem tisch bleiben“, als es beim recht alkoholreichen rommee-spielen an dem ein oder anderen abend leichte spielregel-koordinierungsschwierigkeiten gab. :-) der tag am meer jedenfalls hatte sich auf alle fälle gelohnt, nachdem wir das meer erreicht hatten, machten wir uns auch gleich auf zum strand und sophie und ich wagten den sprung ins wasser … gefühlte 15 grad und vermutlich ist deshalb meine nase jetzt nicht mehr ganz so frei, was soll’s – wo gibt’s das denn, am meer sein und nicht schwimmen gehen. :-) nach dem erkunden des ortes (carnon-plage) und einer molen-überfahrt mit einer sehr attraktiven jungen dame als kapitän verbrachten wir den rest des nachmittags noch im ort, am strand und um den strand herum und abends ging es dann auch schon wieder zurück.

der nächste tag, mittlerweile der 10.08. – liess die unerträgliche schwere des seins spüren, allenthalben lethargie aufgrund es regens und die permanente existenz im völligen ruhepuls. das war zwar förderlich für das lesepensum, aber ein bisschen abwechslung sollte schon her. wir fuhren dann noch einmal nach beaune – hey, wir waren in einem der besten weinanbaugebiete und hatten noch nicht richtig vom lokalen wein gekostet (zugegebenermassen war der im supermarkt auch einer der teuersten). in beaune waren wir dann in einem weinbistrot und probierten davon – sehr sehr lecker. überhaupt sollte man im urlaub mehr trinken – kein alkohol ist auch keine lösung und abstinent und nüchtern kann ich gut und gerne auch zu hause sein. so entwickelten sich gespräche wie von dieser art: sie zum thema beziehungen: „ich habe ja gerade urlaub“; er: „okay, dann bin ich ja so was wie ein beziehungs-hartz4“; sie: „aha, dann schau dich mal um, da sind ein paar 1-euro-frauen!“ … pfui, politisch höchst unkorrekt aber trotzdem sehr lustig.

am samstag nutzte jeder die gelegenheit, ein wenig für sich zu sein und seinen eigenen interessen nachzugehen. die mädels gingen einkaufen (ist klar), müh ein wenig durch die gegend laufen und ich fuhr entlang der cote de beaune durch die zahlreichen weinorte und machte fotos. ein wenig in der im ferienhaus vorhanden literatur nachgelesen, fand ich heraus, dass in den fast unmittelbaren nachbarorten sehr gute und berühmte chardonnays und grand crus hergestellt werden. meine fahrt führte mich durch mersault puligny, savigny, beaune, pommard, volnay, auxey-duress, st-romain, le rochepot, usw.

gekocht haben wir jeden tag, immer sehr lecker und wenig ausgewogen ;-) – nichts desto trotz gingen wir dann am sonntag essen, nicht weil sonntag war, sondern weil wir lust hatten. auf der terrasse des vermeindlich einzigen restaurants in diesem dorf konnten wir sehr lecker und preiswert essen – und ich verliebte mich in die bedienung. nachdem wir mit dem essen fertig waren und zu hause angekommen noch ein wenig zusammensassen, entwickelte ich strategien, wie ich das herz von marie-de-la-mere-chantal-jeanette-jaqueline (wir nahmen an, dass sie so irgendwie heissen muss) erobern könne. sie war aber auch sowas von liebreizend, bei der abrechnung standen wir mit ihr an der kasse und sie hatte offensichtlich – ähnlich wie wir – leicht einen im tee und freute sich soooo süss über jeden euro trinkgeld. als ihr geld runterfiel sagte sie dann „merde“ und im nächsten moment war es ihr peinlich, sie hielt die hand vor den mund und kicherte … ich hielt die hand vor den mund, weil ich sabberte. :-) meine rettungspläne, die liebreizende aus dem beschaulichen dorf zu retten, warf ich dann aber über bord – es gab für uns kein miteinander, insbesondere dann nicht, als wir am nächsten tag recht früh vor der abfahrt noch einmal essen gehen wollten und die küche noch nicht so weit war … tja, liebe geht durch den magen und meiner knurrte. :-)

erwähnt sei auch noch unser anfänglich drohende gewaltmarsch entlang der „circuits des gorges“, der sich dann aber als ein angenehmer spaziergang durch die natur oberhalb von couhard und autun herausstellte – falls sie auch mal da sind: die grüne route ist nicht leicht zu finden, aber leicht zu laufen. :-)

jetzt bin ich wieder hier, habe eine dicke nase, ein gebrochenes herz :-), wenigstens knurrt mein magen nicht mehr und die vorbereitungen zur party sowie allerhand andere sachen stehen an.

welcome home, sanatorium! ;-)

p.s.: natürlich gibt es auch fotos.