es musste ja noch etwas passieren, bis dato war alles viel zu reibungslos verlaufen. um 2 uhr erreichte mich die sms der lufthansa, nachdem ich mich um halb 1 erst für den flug nach frankfurt eingecheckt hatte: annulliert. schnelles handeln war erforderlich.

die nacht war um 2 uhr zu ende. die vorstellung noch einen oder mehrere weitere tage in hongkong festzusitzen, erfreute mein gemüt nur bedingt. beim lufthansa service-center durchzukommen, war schlichtweg hoffnungslos. auch die facebook- und twitter-kanäle wurden nur bedingt mit informationen versorgt. sicherlich ist das für ein unternehmen kein leichtes unterfangen, insbesondere dann, wenn eine derart grosse anzahl an flügen annulliert wird, aber ich hatte über insgesamt 5 stunden versucht, bei der hotline durchzukommen, sofort erhielt ich ein besetztzeichen. da müssen call-center volumen aufgestockt werden.

dankenswerterweise war ich im hotel und das hat wifi auf dem zimmer. ich schaute nach alternativen, bis ich bei lufthansa mal durchkommen würde um zu hören, auf eine maschine in vier tagen umgebucht zu werden. bei singapore airlines wurde ich fündig: ein flug von hongkong via singapur nach frankfurt. ich würde ähnlich wie geplant und 6:30 uhr am montag landen, allerdings bereits um 13:30 uhr aus hongkong losfliegen müssen. damit hatte sich der besuch des observationsdecks erübrigt. ich buchte den flug für knapp 500 euro, denn es waren noch rund fünf plätze auf der a380 frei und sicherlich würden noch ein paar andere leute auf die idee kommen, auf diese maschine auszuweichen. auch wenn dies bedeutete, erst 3,5 stunden nach singapur zu fliegen, dort fast sieben stunden im transferbereich des flughafens warten zu müssen, um dann noch einmal 12,5 stunden nach frankfurt zu fliegen.

eines hatte ich bei der buchung nicht bedacht: mein gepäck. aufgrund meines roundtheworld-tickets hatte ich 2x23kg frei, nun aber nicht mehr. ich war mit knapp 30 kilogramm unterwegs. auf der seite von singapore airlines informierte ich mich über die gebühren und war dann erstmal im anschluss auf der suche nach einem schnaps: 55 us-dollar für jedes kilogramm, das über der freimenge von 23 kg lag. anyway, ich probierte erstmal, ein bisschen zu schlafen.

das klappte nur bedingt, um 7:00 uhr war ich dann so wach, um mich den herausforderungen des tages zu stellen. mit dem hoteleigenen shuttlebus ging es zur skytrain-station nach kowloon. das hotel war das highlight von der hongkong-etappe: tolle mitarbeiter, ansprechendes design und guter service. wir fuhren durch das morgendliche hongkong und mir wurde noch einmal alles geboten, was sich in den letzten tagen als eindruck zu hongkong manifestiert hatte: unendlich viele, hohe wohnsilos mit mini-wohnungen, dafür paläste des konsums in form von flagship-stores und malls; im skytrain wurde ich von mehreren chinesen übelst angerempelt und – ich muss es so deutlich schreiben – das nase hochziehen und rotzen konnte sich ein chinese neben mir auch nicht verkneifen … kulturelle eigenarten prallen zusammen, da muss man tolerant bleiben. ach ja, und nicht zu vergessen: „please use the handrail!“.

am baggage-drop-off-counter von singapore airlines war noch nichts los, kein wunder, ich war verdammt früh da, um nicht noch vom flieger runtergeschmissen zu werden, weil ein hon-member auch noch mit wollte. am counter sass ein – meiner einschätzung nach – auszubildender, der sich von meinen 2 gepäckstücken und insgesamt 27,5 kilogramm unbeeindruckt zeigte. ich faselte was von „emergency“ und so checkte er ohne zusatzgebühren das gepäck bis nach frankfurt ein.

jetzt habe ich den ersten flug hinter mir, der mich schon wieder jede menge nerven gekostet hat. aber ich bin ganz ruhig: einatmen, ausatmen. eine gruppe inder haben sich aufgeführt wie die maharadschas und die stewardessen nur so gescheucht, als seien sie alleine auf der maschine. dabei hatten sie schon zu erst essen bekommen und verlangten, während die anderen noch nichts hatten, ständig getränkenachschub. der hinweis, das sie gleich was bekommen würden, stellte sie nicht zufrieden, es musste sofort passieren.

mal sehen, wie ich die zeit bis zum zweiten flug hier über die bühne bekomme, aber der flughafen hier ist ganz ansprechend.

20130422offenbach_001bearbeitet

mittlerweile bin ich wieder zu hause. nach dieser tollen begrüssung an meiner wohnungstür sind mittlerweile drei maschinen wäsche gewaschen, die post gelesen, über 400 e-mails verarbeitet und eine stempelkanne kaffee getrunken. mal sehen, wie lange der wachzustand noch anhält. :-) das schlafen im flieger nach frankfurt war eher schlecht als recht, zumal ich entgegen meiner gewohnheiten einen fensterplatz in der völlig ausgebuchten a380 hatte. however, in frankfurt angekommen sah ich auf den anzeigetafeln die vielen annullierten flüge der lufthansa. das sorgte bei den transfer-reisenden für einiges aufsehen, die hatten von dem streik offensichtlich nichts mitbekommen und waren jetzt in frankfurt gestrandet. der zoll hatte mich dankenswerterweise in ruhe gelassen und mit dem taxi (so viel luxus muss sein) war ich dann auch recht schnell zu hause.

hier enden nun die geschichten der weltreise. vielen dank für die kommentare hier und auf facebook, danke fürs begleiten. es hat mir eine menge spass gemacht. und in einer woche geht es schon wieder los, hihi. :-)