hongkong, du hast deine zweite chance bekommen … ich möchte nicht pauschalisieren oder alles schlecht machen, aber das hier ist ein einziger tropfender asia-markt galore. wir zwei werden keine freunde, so viel steht fest. aber ich mache das beste daraus.

begonnen hatte der tag schon um 6:30 uhr – jetlag und so. da das fernsehprogramm jetzt nicht so ganz meinen vorstellungen entsprach (fussball-bundesliga mit chinesischem kommentar), kochte ich mir lieber einen kaffee und setzte mich nochmal ans notebook, schrieb meinen airBNB-review und konnte schon mal fotos auf den heimischen netzwerkspeicher hochladen. wahnsinn, was mit der heutigen technik so alles möglich ist (kaffeekochen zum beispiel :-)).

gegen 9:30 uhr startete ich die erkundungstour hongkong. ich war gewarnt: 28 grad und 97% luftfeuchtigkeit hatte der japanische(!) nachrichtenkanal für hongkong vorausgesagt und genau so fühlte es sich auch an, als ich den olfaktorisch gepimpten lobbyraum des hotels nur einen meter hinter mir gelassen hatte. das erste foto wurde direkt nichts, da das objektiv beschlagen war. das sollte auch nicht das letzte mal heute passieren.

nachdem ich mich wie alle anderen an der u-bahn ordentlich in die reihe gestellt hatte, was aber auch nichts mehr hilft, wenn die türen aufgehen und jeder rein- und rausrennt ohne rücksicht auf verluste und dann gerne auch press zusammen steht – da sind sie wieder: die internationalen unterschiede der körpernähe, überlegte ich mir kurz, ob ich im internet die schnellanleitung für chinesische heilkunst konsultieren sollte, um nachzuschlagen, was gegen erkältung hilft, denn bei der auf gefühlt 15 grad runtergekühlten u-bahn bleiben körperliche auswirkungen nicht aus. zusätzlich wäre das kapitel über schürfwunden sicherlich auch hilfreich gewesen, denn potentiell stehen diese auch an, da infolge des klimas und des ständig einsetzenden nieselregens alles nass ist und somit ausrutschen (gerne auf treppen) vorprogrammiert ist. schliesslich erreichte ich nach diversen umwegen – wie geschrieben ist hier nichts für fussgänger, da entweder strassen keinen bürgersteig haben oder wegen irgendwelcher baumassnahmen für fussgänger gesperrt sind – die tsim sha tsui promenade. von hier aus hatte man eine ganz hervorragende sicht auf die skyline von hongkong, wenn diese sich nicht gerade in wolken versteckt hätte und die bucht ohnehin eher neblig war. trotzdem lief ich die komplette promenade ab, wie auch diverse chinesische reisegruppen, die in bussen angekarrt diesen programmpunkt absolvierten.

es gibt ja so völker (ich pauschalisiere wieder), mit denen kann ich nicht so recht, dazu gehören die chinesen, das kristiallisiert sich gerade wieder deutlich heraus … augen auf beim auswählen bei der weltreise-stationen, sag ich ja immer wieder. :-) jedenfalls ist dieses nase hochziehen (gerne auch aus den inneren eingeweiden heraus, laut und sich öfter wiederholend) und relativ laute sprechen ja nicht so meins. ich hatte kurz überlegt, in die „brotzeit – german beer bar and restaurant“, an welcher ich entlang meines weges vorbeikam, flüchten sollte, um mir entweder schon mal das erste bier zur entspannung reinzulöten oder auf einen hort der deutsche umgangsformen zu hoffen … war aber eh noch viel zu früh und aussichtslos, also lief ich weiter.

nach intensivem begutachten der skyline und der entscheidung, das hongkong museum of art mal schön unbesucht zu lassen, warf ich mich in kowloon ins geschehen. neben der tatsache, dass es kurzzeitig mal nicht nieselte, tropfte es trotzdem permanent von oben herunter … sei es von irgendwelchen balkonen, rohren oder anderen dingen, die ich eher nicht wissen will. das faszinierende ist, dass sich ein flagship-store nach dem anderen aneinanderreiht und obendrüber oder in zweiter reihe stehend sich dann häuser befinden, die von einer deutschen baubehörde mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit als unbewohnbar eingestuft werden würden. das ist schon ein krasser gegensatz, zumal die wohnungen wahnsinnig klein sein müssen. lustig zu beobachten war, dass sich vor dem hermes- und chanel-laden jeweils eine schlange bildete und menschen nur herein gelassen wurden, wenn andere wieder herauskamen … das kannte ich bis dato nur von abercrombie&fitch oder hollister oder dem 99cent-laden umme ecke beim sonderpostenverkauf. hongkong ist shopping für fortgeschrittene.

auch wenn ich nichts mehr kaufen wollte, ich musste mich den lokalen geflogenheiten anpassen und ab und an für körpertemperaturregulierung durch klimaanlage sorgen, also suchte ich die isquare-mall und die one-mall auf. das war ganz nett (aus körpertemperaturregulierungssicht), wirklich geshoppt habe ich aber nichts, ausser einer blu-ray, die es in deutschland nicht gibt. ich bin mal gespannt, ob die sich in deutschland abspielen lässt.

auch grünanlagen gibt es in hongkong, zum beispiel den kowloon park. der alleine kann gegen die krasse luftverschmutzung hier natürlich auch nichts ausrichten, die echt auf die pumpe geht. vielleicht kann es aber auch das zusammenwirken von luftverschmutzung und schwüle sein. aber es gibt eine „comic avenue“, in der unteschiedliche comicfiguren der letzten jahrzehnte als lebensgrosse statuen ausgestellt sind, sowie ein schwimmbad, das mitten im park liegt.

an der jordan street gibt es ein ganzes stadtviertel, dass einerseits aus wohnhäusern besteht, die alle so aussehen, als würde ich persönlich nicht darin wohnen wollen und andererseits gibt es in den kleinen strassen, die für den verkehr gesperrt sind, einen markt für … alles. hier wird gefühlt mit allem gehandelt und die unterschiedlichen gerüche sind einerseits faszinierend, andererseits oftmals tatsächlich so wie im asia-markt in offenbach.

letzter programmpunkt für den tag war sky100 – das observationdeck, welches irgendwo am commercial center gelegen sein sollte. ich erreichte schliesslich wiederum ein diesmal noch grösseres einkaufszentrum. das observationsdeck fand ich erstmal nicht, dafür aber das commercial building, DAS grösste gebäude weit und breit (da könnte das deck ja eigentlich drin sein), doch da gab es nur einen zugang für die mitarbeiter von drei banken (ja, die deutsche bank war auch mit dabei) und der hoteleingang zum ritz-carlton, wo gerade grosser bahnhof für wen auch immer war. ich kann es nicht gewesen sein, so wie ich nach vier stunden in hongkong durch die gegend laufen bereits aussah.

zumindest konnte ich durch diesen umweg einen blick auf victoria harbour und die umliegenden unfassbar grossen wohnanlagen werfen, lief erneut in das einkaufszentrum hinein und fand dann dort auch den zugang zum observationsdeck, das tatsächlich auch in diesem bank-/hotel-gebäude ist. dankenswerterweise machte mich der ticketverkaufsmensch darauf aufmerksam, dass an diesem tag die hälfte der fläche infolge einer veranstaltung gesperrt war und somit statt des 360-grad-blicks eher nur 180 grad zur verfügung standen, die insbesondere auch die uninteressanteren waren. also entschied ich mich auf einen erneuten besuch am morgigen tag.

bis ich dann wieder im hotel war, war es die beste zeit für einen englischen tee und ich fühlte mich, als wäre ich einen marathon gelaufen … also so könnte es sich anfühlen. :-) essen gab es auch: ich liess mich heute auf keine experimente ein und ass in einer der malls japanisch – da weiss man, was man hat, auch wenn der oberkellner, wie sich im smalltalk herausstellte, aus singapur war. egal, das essen (makrele-bento) war in ordnung.

bevor nun die etwas eigentümliche konstruktion der zusammengesteckten stromadapter hier gleich in die luft fliegt (es gibt ständig zischgeräusche vermutlich in folge von spannungsblitzen), da der euro-stecker nicht in den hongkong-adapter passt, dieser aber mit dem usa-adapter zumindest einigermassen stromtechnisch was durchlässt, enden die aufzeichnungen für den heutigen tag, nicht ohne noch ein paar visuelle eindrücke mitzuvermitteln:

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