mit chengdu erreichten wir unsere letzte station in der volksrepublik china. die stadt gilt als industriezentrum und macht dementsprechend den eindruck, als wäre frankfurt-niederrad um das n-fache ausgebreitet worden. über die autobahn erreichten wir im taxi unser hotel, das einen sehr tollen eindruck machte. nach dem einchecken begaben wir uns zu fuss auf erkundungstour. wir liefen an einer reihe von musikgeschäfte und streetfood-läden vorbei, ebenso an einem gebäude, das einem schiff nachempfunden war und erreichten schliesslich jinli-strasse. diese zeichnet sich im wesentlichen dadurch aus, dass es eine menge an buden für selbstgemachte dinge aber auch essen gibt. laut reviews soll dieses gebiet weniger touristisch sein als alternativen in chengdu – ich fand es schon ziemlich touristisch. :-) nichts desto trotz probierten wir uns an den ständen durch die von schärfe geprägte szechuan-küche. wir schlenderten ebenso durch das benachbarte tibetanische stadtviertel, das sich im wesentlichen durch eine menge läden mit religiösen/spirituellen/sakralen artefakten auszeichnete. auch waren auf der strasse viele menschen in mönchsgewändern – ein interessante erfahrung.

am nächsten tag fuhren wir früh morgens zur giant panda breeding research base, der nummer eins unter den attraktivitäten in chengdu laut tripadvisor. leider regnete es an diesem tag monsunartig und das sollte sich auch nicht mehr ändern. doch der ausflug und insbesondere die vielzahl der in ihrer besonderen art zu erlebenden pandabären haben das durchnässt sein bis auf die knochen rechtfertigt. wie ich lernen durfte, muss ein pandabär rund 12 stunden am tag essen. dabei vertilgt er ca. 50kg an ausgewählten bambussorten, die er geschickt schält und dann frisst. leider werden weniger als 20% der so aufgenommenen nahrung vom organismus verwertet, weshalb das pandabärenleben aus in erster linie essen und chillen besteht.

für den rest des tages nahmen wir uns china-frei und entspannten im hotel bei tee und internet. :-)

nun fliegen wir weiter zu unserer letzten station dieses urlaubs: hongkong. anlass genug, noch einmal kurz inne zu halten und zu überlegen, was hier in der volksrepublik china so grundsätzlich anders läuft, als wir das gewohnt sind (völlig wertneutral: andere kulturen – andere sitten!).

  • essen: hier wird bekanntermassen laut und natürlich mit stäbchen gegessen, morgens gerne schon relativ deftig und schwer. auch werden tendenziell alle teile des tieres verwertet: hühnerfüsse und entenköpfe sind ein prima snack beim warten auf dem bahnhof, die knochen lassen sich super auf den boden spucken … was uns zum nächsten punkt führt.
  • hals-nasen-ohren-(mund-)hygiene: alles überFLÜSSIGE gehört aus dem mund raus und wird mit entsprechenden lauten aus dem körper befördert.
  • trinkwasser: ist überall verfügbar. fast alle menschen haben eine trinkflasche dabei, gerne auch mit teeblättern und können so (auch heisses wasser) kostenfrei nachfüllen.
  • sprachkompetenz englisch: ist relativ gering ausgeprägt. eine ausgedruckte variante der zieladresse in chinesischen zeichen ist insbesondere beim taxifahren ratsam. auch das hotelpersonal in grossen hotels der städte wie shanghai oder chengdu tun sich schwer.
  • internet: gibt es zwar, läuft aber nur mit vpn so wie wir es kennen, bei kostenpflichtigen anbietern sollte man sich vor dem urlaub registrieren und die software installieren. auch ist kaum freies internet (am bahnhof oder am flughafen) verfügbar, wenn man nicht eine chinesische handynummer hat, die zur registrierung benötigt wird.
  • lautstärke: grundsätzlich ist hier alles lauter. menschen sind lauter, gerne auch, wenn gruppen durch einen mit schlechtem lautsprecher ausgestatteten reiseführer angesprochen werden (alle lautsprecher hier klingen wie von vor fünfzig jahren), gefühlt sind alle handys auf ultralaut eingestellt und gehupt wird ständig … nächster punkt verkehr
  • verkehr: wer kroatien oder polen aus eigenen erfahrungen kennt, meint, einiges gewohnt zu sein. es geht anders. rote ampeln haben eher symbolcharakter, anschnallen ist weniger als obligatorisch, nicht zu telefonieren während des fahrens ein anfall von langeweile, hektische spurwechsel ohne blinker völlig normal bei zentimetergenauer einpassung in den fliessenden verkehr, fussgänger sind – selbst bei grüner ampel – leider nur fussvolk, drängeln und das ausnutzen einer noch so kleinen lücke absolut notwendig, um auf den vollen strassen überhaupt weiterzukommen.
  • rauchen: viele menschen rauchen, kippen fliegen dabei einfach auf den boden, bei flügen und in öffentlichen gebäuden ist das mitführen von streichhölzern und feuerzeugen untersagt, was zu einem regen feuerzeugtausch beim verlassen eines gebäudes führt und in den raucherräumen der flughäfen öffentliche feuerzeug-kästen angebracht sind.
  • sonstiges: es gibt nun mal viele chinesen, weshalb der „personal space“ offensichtlich weniger gross ausgeprägt ist, als in europa. hier stehen menschen dicht an dicht. das führt manchmal auch zu schmerzhaften begegnungen mit schirmen, die hier sowohl bei sonne als auch bei regen eingesetzt werden. dinge wie wechselgeld werden – ähnlich wie in japan – mit zwei händen zurückgegeben. die handhaltung beim telefonieren ist hier komplett anders, da menschen eher sprachnachrichten (via wechat) in das handy sprechen und – vermutlich wegen der lautstärke – nahe am mikrophon (an der unterseite des handys) reinsprechen wollen. mastercard ist als kreditkarte wenig verbreitet, visacard funktioniert einigermassen. rücksichtnahme ist nicht wesentlich ausgeprägt. das merkt man bei schlangen, im bus beim kollektiven zurückstellen des sitzes und auch sonst so. fleisch ist wichtig … alles was nicht schwein ist, ist auch kein fleisch. es gibt gefühlt immer fleisch und eine nicht fleisch-mahlzeit hat dann eben fisch oder huhn. :-) und sehr lustig waren auch die verschiedenen aufdrucke auf kleidung. westliche (englische) texte scheinen in zu sein – dabei lag der texter nicht nur einmal sondern sehr viele male eher daneben, sowohl was rechtsschreibung als auch semantik betraf.

alles in allem ist china eben anders aber auf jeden fall eine reise wert, um sich selbst ein bild zu machen und wieder ein bisschen mehr von der welt zu lernen und zu verstehen. und hier nun die bilder aus chengdu:

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