bilder für haiti

date 09.02.2010 um 00:01 uhr | comments keine kommentare »  
categories aufgeschnappt, empfehlungen, links | tags ,
facebook link teilen | trackback trackback-url

das nenne ich doch mal eine reine win-win-situation: tolle bilder – insbesondere von rui camilo – zur wohnungsverschönerung und dabei auch noch ein gutes werk vollbringen: hier geht’s zu der initiative – full support meinerseits!

… und finger weg von dem bild eines paares mit blick auf die sich durch das gebirge schlängelnden strasse – das will ICH! :-)

Der Wiesbadener Fotograf Rui Camilo, das Medienstudio piCta visuelle kommunikation und die Kommunikationsagentur Die Firma GmbH versteigern mit Hilfe von 25 weiteren Fotografen hochwertige Fine Art Prints, um Geld für die Erdbebenopfer in Haiti zu sammeln.
Der ersammelte Betrag wird vollständig und zu gleichen Teilen zwischen den Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und Bündnis Entwicklung Hilft aufgeteilt, die vor Ort in Haiti Nothilfe leisten.*

* quelle: webseite bilder für haiti

archive in concert

date 08.02.2010 um 00:31 uhr | comments keine kommentare »  
categories empfehlungen, tagesgeschehen | tags ,
facebook link teilen | trackback trackback-url

zwei stunden konzert für 20 euro – und hervorragende musik war es auch noch obendrein. zum sonntag abend spielte archive ihr letztes konzert der deutschland-tour in der batschkapp. dabei wurden sie von birdpen unterstützt, deren sänger dave pen zu unserem erstaunen auch bei archive spielt … oder andersrum, ihr wisst schon (wie auch der drummer, der bei birdpen bei dem einen oder anderen song aushalf).

nicht nur, dass archive live annährend genauso wie auf den platten klingt, die musik als solche macht gänsehaut. sie erinnert mich ein wenig an eine mischung aus massive attack und pink floyd, die teilweise über zehn minuten andauernden songs sind wahre arrangements, variieren aber auch in ihrer art über eine facettenreiche bandbreite. nicht zuletzt rosko john lässt mit seinen rap-einlagen den guten alten trip-hop sound wieder aufleben, wohingegen die sängerin maria q den insbesondere sentimentalen stücken mit ihrer stimme das gewisse etwas verleiht.

es war ein grandioses konzert … jedes der lieder hat dazu beigetragen, aber ganz besondere highlights waren für mich lights, collape / collide, dangervisit und natülich f*** you, das sie auch gespielt haben.

danke für einen fantastischen abend!

kunsttag 2

date 04.02.2010 um 20:05 uhr | comments keine kommentare »  
categories empfehlungen, ontheroad, tagesgeschehen | tags , , , ,
facebook link teilen | trackback trackback-url

offenbach – köln – bonn – offenbach / 430km

heute nun also der zweite kunsttag, nachdem ich mir gestern eine pause verordnet hatte. vorgestern hatte sich auf der fahrt ja der bayern 2-podcast bewährt und so lauschte ich gebannt den interviews unter anderem mit sarah wiener, günter wallraff und vorallem daniel goeudevert, dessen ausführungen mir sehr gefielen.

in köln wurde ich ausgesprochen freundlich begrüsst: ein fetter stau auf der severinsbrücke liess mich wie zu hause fühlen. das auto im parkhaus abgestellt, landete ich auf direktem weg im museum ludwig an der domplatte. zunächst war ich etwas orientierungslos, da ich das plakat der von mir als besuchenswürdig eingestuften ausstellung nicht fand und an der kasse wurde recht schnell klar, dass meisterwerke aus der fotografischen sammlung – eine neue galerie für die fotografie gemäß der verlautbarungen im museum am 31.01.2010 ausgelaufen war. “egal”, dachte ich mir und stürzte mich ins kunstvergnügen. im erdgeschoss begegnete ich den künstlern der pop-art: roy lichtenstein, andy warhol und james rosenquist mit teilweise beeindruckenden werken. ganz besonders gefiel mir aber edward kienholz “the portable war memorial” von 1968.

als sonderausstellung beherbergt das museum ludwig zur zeit diverse videoinstallationen von harun farocki. diese zogen mich in ihren bann. zum einen war da der film “immersion” (2009), ein 20-minütiger loop als split-screen, in dem auf der rechten seite angehörige der us-army von ihren erfahrungen aus dem irak-krieg berichten, dabei eine datenbrille auf dem kopf haben und sich inmitten der von ihnen geschilderten virtuellen szene befinden, wobei sie sich über die datenbrille in der virtuelle szene interaktiv betätigen und das blickfeld des computerspieles auf der linken seite des split-screens beeinflussen. meines erachtens handelte es sich bei der computersimulation um das spiel battlefield2, da kann ich aber auch daneben liegen. ein weiteres werk blieb mir auch in erinnerung: deep play (2007), das auf der documenta 2007 zum ersten mal gezeigt wurde. auf zwölf bildschirmen werden verschiedene perspektiven des fussball-wm endspiels 2006 zwischen frankreich und italien gezeigt, das spiel als solches, eine aussenansicht des stadions, analysen der spielzüge, das spiel mit fokus auf thierry henry als computerspiel usw.

im ersten stock fielen neben den klassikern wie picasso, macke und beckmann, die mich aber nicht so wirklich interessierten, meine blicke insbesondere auf die fotogramme von laszlo moholy-nagy und die sonderausstellung “sowjetische fotografien – politische bilder 1918-1941″, die beeindruckende szenen aus dem leben in den sehr unterschiedlichen landstrichen der sowjetunion zu dieser zeit zeigte.

der zweite stock war wie ein mekka für mich und meine zeitgenössische kunstader, hingen doch da solche schätzchen wie andreas gurskys “tote hosen” (2000), teile der today-serie von on kawara und schliesslich doch noch die ausstellung zu den meisterweken aus der fotografischen sammlung, die zwar recht überschaubar war, aber doch das für mich ein oder andere bekannte bild zeigte. neu für mich entdeckt habe ich thomas ruff, dessen architektonische fotografien (wie zum beispiel “htb03″ oder “hlk02″) gerade wie ich finde durch die farbgebung sehr interessant waren. und nicht zu letzt erik bulatovs “trademark” (1986) zeigt, wie facettenreich das angebot im museum ludwig ist. dieses museum hat mich vollends überzeugt und sehr gut unterhalten.

nach so viel kunst hatte ich hunger und wollte – ohne ein typisches brauhaus in köln aufzusuchen (was wegen des nicht-bier-konsums-infolge-der-autofahrt so in etwa dem besuch eines vegetariers im steakhaus gleich kommen würde) schnell einen happen essen. ich entschied mich für die filiale einer amerikanischen kaffeehaus-kette. an der theke bestellte ich der fachkraft für nahrungs- und getränkemittelverkauf ein kaffeegetränk und einen “laugenschmaus mit putenbrust”, letztere für 2,95 euro. als sie das in ihre kasse tippe, sah ich den preis von 3,75 euro und fragte nach, weshalb ein anderer als der ausgezeichnete preis abgerechnet werden würde. “isch weiss net, macht die maschine”, war die lapidare antwort. ich gab ihr dann etwas deutlicher zu verstehen, dass ich nur bereit wäre, den betrag von 2,95 eur zu zahlen. sehr mürrisch rief sie dann ihren chef, der sie aufforderte, die differenz abzuziehen und mir den korrekten betrag in rechnung zu stellen. ihrem chef “soll isch das dann aus meinen eigene tasche bezahlen, odawaaas?” hinterherrufend, kassierte sie mich dann ab. beim letzten besuch dieser kette in den u.s.a. gab es für alle angestellten gut lesbar eine anleitung zum händewaschen, hier in deutschland wäre eine gut verständliche anleitung für den umgang mit kunden auch nicht allzu verkehrt.

nach dieser etwas unwirtlichen stärkung ging es noch auf einen sprung nach bonn in die kunst- und ausstellungshalle der bundesrepublik deutschland, deren ausstellung “neugierig?” mich ebenselbes machte. leider war das etablissement gerade von der postbank belagert, doch die ausstellung zeigte sehr interessante exponate insbesondere sehr junger künstler. mathieu merciers “horloge de fluos” (2001) [link:pdf seite 17], eine aus neonröhren erstellte und an eine atomuhr angeschlossene zeitanzeige oder aber das bild “nazi milk” von general idea faszinierten mich.

nach dieser kunst-horizonterweiterung – inbesondere durch die exponate des museum ludwig – machte ich mich wieder zurück in die heimischen gefilde.


must-take-cologne-touri-picture


kunst-jagdtrophäen: harun farocki: against what? against whom? und james turrell: the wolfsburg project