was im vergangenen november bereits als reiseform recht gut funktioniert hatte, nämlich einen tagesausflug in sachen kunst nach london, bedurfte anlässlich der damien hirst-ausstellung im tate modern einer wiederholung.
also ging es am brückentag zur frühstückszeit nach london, wo ich dank zeitumstellung eine stunde hinzugewonnen hatte. mit dem heathrow express in london angekommen, fuhr ich allerdings zunächst ins victoria and albert museum. glücklicherweise hatte ich beim umzug auch meine oyster-card wiedergefunden, was das reisen mit den öffentlichen verkehrsmitteln in london deutlich vereinfachte.
im v&a läuft zur zeit die ausstellung british design 1948-2012 – ein eldorado für designinteressierte, die an den dingen den typisch britischen touch entdecken wollen. zu beginn der ausstellung waren da die neuen britischen strassenzeichen, die in der zeit zwischen 1957 und 1967 entwickelt und eingeführt wurden, ich persönlich finde die schriftart darauf ja sehr britisch. :-) input containers (tischbehälter) von coran associates aus dem jahr 1974, die auch schon damals bei habitat zu kaufen waren, zeigten den damaligen intensiven einsatz von plastik. ein cabinet von max clendinning aus dem jahr 1965 und bilder wie jean shrimpton (1965) von terry o’neill (ich habe mich in dieses bild verliebt!) oder twiggy (1967) von ronald traeger gaben gute einblicke in die 60er jahre. über david bowie und die punkzeit landete ich designtechnisch in den 90er jahren, bemerkenswert dort eine recht organisch geformte lampe von tom dixon mit dem namen jack lights (1996). zwischendrin erhielt ich schon einen vorgeschmack auf damien hirst, dessen pharmacy restaurant (1998-2003), das er als teil der young british artists gemeinsam entwickelte, dort ausgestellt war. besonders bemerkenswert war dabei die tapete des restaurants. ebenfalls sehr interessant waren desweiteren led videodress (2007) von hussein chalayan oder aber falling light for swarovski crystal palace (2010) von troika, einer lichtinstallation, bei der das licht, welches auf den boden projiziiert wurde, wie ins wasser fallende regentropfen aussah.

led videodress (2007) von hussein chalayan | quelle: youtube
mit diesen eindrücken lief ich ein wenig durch london, landete vorbei an der royal albert hall im hyde park, fuhr bis westminster und machte kurz halt an den typischen touristationen und lief dann entlang der thames embankment zum tate modern museum. das war ganz ohne karte, dafür aber mit dem iphone im augmented reality-modus mit der junaio-app, ganz easy.
der andrang dort war recht gross und die schlange am ticketcounter beachtlich. mal wieder konnte ich dank db art card für umme in die ausstellung. da ich schon mal da war, schaute ich gleich auch noch in die ausstellung yayoi kusama rein, die mich bis auf zwei werke neuerer zeit aber nicht so ansprach. flame (1992) erinnerte mich ein wenig an herumschwirrende spermien, gefiel mir aber – und mein persönliches highlight war infinity mirror room, ein dunkler spiegelraum, in dem unzählige led-lichter hingen und eine ganz besondere atmosphäre entstehen liessen.
dann aber liess ich mich auf die welt und werke von damien hirst ein. eines vorneweg: der typ ist ein freak! zu beginn der ausstellung wurde man von einem ca. 5x2x2 meter grossen glaskubus empfangen, in dem sich eine menge lebender aber auch toter fliegen versammelten. dies lag insbesondere daran, dass in diesem glaskubus ein vor sich hinfaulender kuhkopf lag [a thousand years (1990)]. ein weiteres highlight war sicherlich ein raum, in dem sich lebende schmetterlinge befanden, die lustig inmitten der pflanzen und aufgestellten früchte umherflogen [in and out of love (1991)]. dazwischen bewegte man sich zwischen einer menge bilder mit bunten punkten, überdimensionierte setzkasten mit arzneimitteln, operationsinstrumenten oder zigarettenstummeln sowie den bekannten formaldehyd-containern mit tieren wie dem grossen hai, einem schaf, einer taube oder der in der mitte geteilten kuh und dem kalb. das alles war schon ziemlich abgefahren und faszinierend. mich hat die ausstellung auf jeden fall ziemlich geflasht.
nach einem kurzen ausflug über den borough market mit einem obligatorischen kaffee bei monmouth, den ich dann dank fehlender mülleimer in london tatsächlich bis zum flughafen in der hand hatte, wo er ein ende auf der abstellfläche in der flughafentoilette fand, ging es nach einem erfüllten tag und vielen eindrücken wieder zurück nach offenbach – während des fluges vertieft in das buch “drive – the surprising truth about what motivates us” von daniel h. pink, welches sehr gute einblicke in eine neue form des arbeitens gibt. ich liebe solche tage!

damien hirst @ tate modern – weitere bilder gibt es hier.

















